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PM des Protestplenums und neuer „Rundgang“

Pressemitteilung des Protestplenums vom 16.01.2013

Kritik der Studierenden am Umzug der Universität Frankfurt hält an.

Als Auftakt zum Umzugsjahr 2013 ist ein erneuter „Rundgang“ über den IG-Farben-Campus im Westend ist am 23.Januar geplant.

Studierende der Turm-Fachbereiche der Universität Frankfurt hatten sich nach einer Vollversammlung am 21.11.2012 im Afe-Turm auf dem Campus Bockenheim eine gemeinsame Forderungsliste gegen die Verschlechterung der Studienbedingungen abgestimmt. Diese Forderungen wurden mit einer Frist einer Vertreterin des Unipräsidiums überreicht.

Im Hinblick auf den Ablauf der Frist am 21. Januar sagt Karolina Stoltze, Psychologiestudentin und Mitglied des Protestplenums:
„Nach zwei Monaten steht eine offizielle Reaktion des Präsidiums noch aus. Die Verunsicherung der Studierenden wegen der chaotischen Umzugsvorbereitungen hat dagegen eher noch zugenommen.“

Um die Probleme des neuen Campus und die Prekarisierung des Studiums „vor Ort“ diskutieren zu können, fand bereits am 19.12 ein Rundgang über den IG-Farben Campus statt. Eine solche Gelegenheit für die Studierenden, sich ein Bild über die aktuelle Lage machen zu können, soll auch am 23.Januar wieder geboten werden.
Ob das Präsidium auch diesmal wieder einige Stunden im Voraus das Casino, das House of Finance, die Rotunde und ein privates Café auf dem Campus sperren wird, bleibt abzuwarten.
Die Universitätsleitung hatte am 19.12 nicht nur die Polizei zur Observierung des Rundgangs auf das Universitätsgelände bestellt, offenbar waren auch die privaten Sicherheitskräfte angewiesen worden, den Studierenden den Zutritt zum IG-Farben-Haus zu verwehren. Die Handgreiflichkeiten seitens des Sicherheitspersonals hinderten die Studierenden allerdings nicht daran, ihren letzten Programmpunkt zur Geschichte der I.G. Farben durchzusetzen. Politikstudent Nicos Kotsopoulos, Mitorganisator des Rundgangs: „Wir werden es uns nicht den Zugang zu Universitätsgebäuden gewaltsam verwehren lassen. Es ist eine Unverschämtheit, dass Studierende , die unter anderem die Überwachungsmaßnahmen an der Uni kritisieren, als Reaktion darauf von Polizisten auf dem Campus observiert werden.“

Treffpunkt für den Rundgang ist am 23.01. um 14 Uhr an der „Campustrinkhalle“, Bremer Platz.

Weitere Infos und Fotos auf http://ffmdieunibrennt.wordpress.com/

Video von der Turmvollversammlung

UTV, ein unabhängiges Fernsehprojekt von Studierenden an der Goethe-Uni, hat die Reden der Turm-Vollversammlung aufgezeichnet.

Alle, die nicht dort sein konnten, die nicht mehr ins Foyer passten oder sie einfach gern noch mal hören würden, können sie nun hier ansehen. Im UTV-Youtube-Channel findet ihr darüber hinaus ein sehenswertes Video zur studentischen Selbstverwaltung und weitere spannende Videos werden sicher noch folgen.

Pressemitteilung zum „Besichtigungstermin“ auf dem IG-Farben Campus im Westend

Am heutigen Mittwoch besichtigten rund 70 Studierende vom Campus Bockenheim den IG-Farben Campus.

Anlässlich des bevorstehenden chaotischen Umzugs und der zu erwarteten Raumnot,
zog die Gruppe über die verschiedenen Stationen des Campus, um sich kritisch mit der Situation auseinanderzusetzen.
Vor den Gebäuden kam es, bei Mate und Musik, zu Diskussionen zwischen den Teilnehmenden,
in denen der Umgang mit dem Umzug durch die Universitätsleitung zum Teil heftig kritisiert wurde.
Neben dem Umzug wurde die Geschichte des IG-Gebäudes, sowie die Transformation der Hochschule zur unternehmerischen (Stiftungs-)Universität thematisiert.
Mit Unverständnis wurde auf die zahlreichen Zugangskontrollen an den Gebäuden und die Überwachungskameras reagiert.
Sandra Weidenmüller, Politikstudentin, dazu:
„Die Uni setzt offensichtlich mehr auf Schein als Sein. Während es im neuen Seminargebäude
viel zu wenig Platz für die Studierenden geben wird, brüstet sich die Uni mit der Bezeichnung ’schönster Campus Europas‘.
Hier geht es also offensichtlich nicht um die Interessen der Studierenden, sondern rein um das Marketing.“

Danach berichtete ein Student den jüngeren Semestern von seinen Erlebnissen bei der Casino-Räumung 2009.
Passend dazu hatte die Unileitung für die Besichtigung am heutigen Mittwoch nicht nur die Polizei auf den Campus gerufen,
sondern auch gleich für den halben Tag das Casino samt Mensa und Seminarräumen geschlossen.
Als Studierende versuchten das IG-Gebäude von innen zu besichtigen,
wurden sie vom externen Uni-Sicherheitsdienst zum Teil grob daran gehindert.
Dieses gewaltsame Vorgehen gegen Mitglieder der Universität offenbart ein seltsames Rechtsverständnis auf dem neuen Campus.
Gegen den Willen der Unileitung konnte dennoch der letzte Teil der Campusführung im IG-Foyer durchgesetzt werden.
Somit konnte die Geschichte des Gebäudes und fragwürdige Umgang der Universitätsleitung mit ihr zur Sprache gebracht werden. Sandra Weidenmüller weiter: „Es ist schockierend, dass die Unileitung mit Sicherheitsdienst und Polizei auf dem Campus versucht, unseren Spaziergang zu kriminalisieren. Diese konfrontative Haltung zeigt, dass offensichtlich keinerlei Interesse besteht, die auf der Vollversammlung am 21. November beschlossenen Forderungen einzugehen.“
Abschließend zogen die Studierenden unter Sprechchören wie „Müller-Esel aus der Traum, wir nehmen uns Zeit und Raum“ spontan über die Hansaallee. Damit wollten sie ihrer Forderung nach studentischen Freiräumen wie sie rund um den Campus Bockenheim existieren, Ausdruck verleihen.
Vor dem Gebäude des Existenzclusters „Normative Orders“ wurde die zunehmende Trennung von Forschung und Lehre kritisiert. Psychologiestudent Erkan Özer abschließend: „Trotz der konfrontativen Haltung werden wir uns weiter für unsere Interessen einsetzen. Auch auf dem neuen Campus werden wir uns Zeit und Raum für kritische Bildung nehmen.
Solange auf dem neuen Campus zu wenig Platz ist, fordern wir die Weiternutzung sämtlicher Gebäude auf dem Campus Bockenheim.“

Mit dem Protestplenum den neuen Campus besichtigen

Am Mittwoch den 19.12.2012 ab 16Uhr, Treffen an der Trinkhalle auf dem IG-Farben Campus.

Alle weiteren Informationen auf dem Blog des Protestplenums

Forderungen der Turm-Vollversammlung zum Umzug

Am Mittwoch den 21.11.2012 fand die wahrscheinlich letzte Vollversammlung im Turm statt. Neben aktuellen Problemen wie der Unterfinanzierung der Fachbereiche und den generellen Studienbedingungen, ginge es vor allem um den Umzug an den IG-Farben-Campus.
Über 500 Studierende und Mitarbeiter*innen kamen zusammen. Anschießend wurden die Themen in unterschiedlichen Workshops vertieft und gemeinsame Forderungen verabschiedet.

Eine PM des AStAs zur VV sowie Redebeiträge findet ihr hier. Weitere Fotos von dem Tag könnt ihr euch hier ansehen.

Dies sind die auf der Vollversammlung verabschiedeten Forderungen:

Umzug:

• Erhalt des AfE-Turms und FLATs bis zur Schaffung einer adäquaten Studiensituation der Fachbereiche 03 und 04 – kein Umzug, bevor nicht alle Studierenden und Dozent_innen angemessen untergebracht sind (keine Übergangslösungen wie Container o.ä.)
• Eigene Arbeitsräume für Hilfswissenschaftler_innen und studentische Hilfskräfte am IG-Farben-Campus
• Mehr Seminare(-räume) und nicht größere Räume und Revidierung der Fehlplanung im neuen Seminargebäude – Anpassung an die tatsächlichen Verhältnisse und Verringerung der Veranstaltungsgrößen
• Erhalt einer gesonderten Buslinie für den Pendelverkehr in der Übergangszeit bis zum Umzug in eine angemessene Studiensituation
• Ausbau der Mensa-Verpflegung am IG-Farben-Campus, die dem Anspruch der mehr als zusätzlich 6.000 Studierenden der Fachbereiche 03 und 04 angemessen ist
• Zentraler Bau des neuen Studierendenhauses, keine weiteren Verzögerungen!
• Erhalt und Förderung studentischer Initiativen wie dem TuCa, dem Eltern-Kind-Raum und dem Frauencafè und Schaffung neuer Räume
• Verbesserung der Infrastruktur im neuen Seminargebäude (Beamer, Technik, Raumausstattung)
• Mehr Freiräume und Selbstverwaltung, Rückzugs- und Lernorte am IG-Farben-Campus – Solidarität mit IvI und TuCa
• Höhere Transparenz beim Thema Umzug der Turm-Fachbereiche und der Konsequenzen (Unklarheiten, Wegrationalisierung von Strukturen, Raumproblem, Mangel an Infrastruktur)
• Keine Zugangssperren und -einschränkungen für studentische Räume, Seminarräume und Flure in den neuen Gebäuden
• ‘Sturm und Drang’ als Fremdanbieter ist nicht zu akzeptieren, denn private Unternehmen haben auf dem Campus nichts verloren. Wir schlagen vor: Der Raum kann von studentischen Café-Initiativen genutzt werden – das TuCa hätte sicher Interesse

Finanzierung/Gelderverteilung/Verwaltung:

• Professur für Kritische Theorie (verwaltet durch Studierende!)
• Erhöhung der pro-Kopf-Betreuung/des Betreuungsschlüssels, insbesondere in den Fachbereichen 03 und 04
• Abschaffung von LSF, dem Prioritätensystem und anderen Mangelverwaltungsinstrumenten – die Studierenden wählen ihre Seminare frei!
• Weg von der Orientierung an Drittmitteleinnahmen der Fachbereiche
• Umstellung der universitären Kapazitäten auf die neuen G8-Jahrgänge
• Gleichberechtigte Umverteilung der Gelder unter den Fachbereichen, weg von der Orientierung an Drittmittelvergabe der Fachbereiche

Weiteres:

• Ausstieg aus dem CHE-Ranking
• Eine Ausnahme der Regelung des Jahressteuergesetz 2013 für Caféteriabetriebe und Mensen – günstigere Preise bei den Gerichten und Getränken
• QSL-Mittel für die Verbesserung der Lehre, Studien- und Betreuungssituation einsetzen, keine weiteren „Ausnahmeregelungen“ zu Ungunsten der Studierendenschaft