Archiv für Dezember 2012

Forderungen der Turm-Vollversammlung zum Umzug

Am Mittwoch den 21.11.2012 fand die wahrscheinlich letzte Vollversammlung im Turm statt. Neben aktuellen Problemen wie der Unterfinanzierung der Fachbereiche und den generellen Studienbedingungen, ginge es vor allem um den Umzug an den IG-Farben-Campus.
Über 500 Studierende und Mitarbeiter*innen kamen zusammen. Anschießend wurden die Themen in unterschiedlichen Workshops vertieft und gemeinsame Forderungen verabschiedet.

Eine PM des AStAs zur VV sowie Redebeiträge findet ihr hier. Weitere Fotos von dem Tag könnt ihr euch hier ansehen.

Dies sind die auf der Vollversammlung verabschiedeten Forderungen:

Umzug:

• Erhalt des AfE-Turms und FLATs bis zur Schaffung einer adäquaten Studiensituation der Fachbereiche 03 und 04 – kein Umzug, bevor nicht alle Studierenden und Dozent_innen angemessen untergebracht sind (keine Übergangslösungen wie Container o.ä.)
• Eigene Arbeitsräume für Hilfswissenschaftler_innen und studentische Hilfskräfte am IG-Farben-Campus
• Mehr Seminare(-räume) und nicht größere Räume und Revidierung der Fehlplanung im neuen Seminargebäude – Anpassung an die tatsächlichen Verhältnisse und Verringerung der Veranstaltungsgrößen
• Erhalt einer gesonderten Buslinie für den Pendelverkehr in der Übergangszeit bis zum Umzug in eine angemessene Studiensituation
• Ausbau der Mensa-Verpflegung am IG-Farben-Campus, die dem Anspruch der mehr als zusätzlich 6.000 Studierenden der Fachbereiche 03 und 04 angemessen ist
• Zentraler Bau des neuen Studierendenhauses, keine weiteren Verzögerungen!
• Erhalt und Förderung studentischer Initiativen wie dem TuCa, dem Eltern-Kind-Raum und dem Frauencafè und Schaffung neuer Räume
• Verbesserung der Infrastruktur im neuen Seminargebäude (Beamer, Technik, Raumausstattung)
• Mehr Freiräume und Selbstverwaltung, Rückzugs- und Lernorte am IG-Farben-Campus – Solidarität mit IvI und TuCa
• Höhere Transparenz beim Thema Umzug der Turm-Fachbereiche und der Konsequenzen (Unklarheiten, Wegrationalisierung von Strukturen, Raumproblem, Mangel an Infrastruktur)
• Keine Zugangssperren und -einschränkungen für studentische Räume, Seminarräume und Flure in den neuen Gebäuden
• ‘Sturm und Drang’ als Fremdanbieter ist nicht zu akzeptieren, denn private Unternehmen haben auf dem Campus nichts verloren. Wir schlagen vor: Der Raum kann von studentischen Café-Initiativen genutzt werden – das TuCa hätte sicher Interesse

Finanzierung/Gelderverteilung/Verwaltung:

• Professur für Kritische Theorie (verwaltet durch Studierende!)
• Erhöhung der pro-Kopf-Betreuung/des Betreuungsschlüssels, insbesondere in den Fachbereichen 03 und 04
• Abschaffung von LSF, dem Prioritätensystem und anderen Mangelverwaltungsinstrumenten – die Studierenden wählen ihre Seminare frei!
• Weg von der Orientierung an Drittmitteleinnahmen der Fachbereiche
• Umstellung der universitären Kapazitäten auf die neuen G8-Jahrgänge
• Gleichberechtigte Umverteilung der Gelder unter den Fachbereichen, weg von der Orientierung an Drittmittelvergabe der Fachbereiche

Weiteres:

• Ausstieg aus dem CHE-Ranking
• Eine Ausnahme der Regelung des Jahressteuergesetz 2013 für Caféteriabetriebe und Mensen – günstigere Preise bei den Gerichten und Getränken
• QSL-Mittel für die Verbesserung der Lehre, Studien- und Betreuungssituation einsetzen, keine weiteren „Ausnahmeregelungen“ zu Ungunsten der Studierendenschaft

Über diesen Blog

In der vorlesungsfreien Zeit im März 2013 beginnt der Umzug des Campus Bockenheim zum IG-Farben-Campus. Durch den Umzug der Fachbereiche 03 und 04 sowie teilweise 05 (Psychologie) und 11 (Humangeographie) ergeben sich schwerwiegende Probleme.

Die Studierenden werden über die Veränderungen kaum oder falsch informiert. Es ist bis jetzt noch nicht mal bekannt, bis wann der Umzug abgeschlossen sein wird. Dies führt zu einer großen Verunsicherung. Auch studentische Gruppen, wie Fachschaften, die Frauenräte oder das TuCa-Plenum erfahren kaum etwas.

Forderungen und Anfragen werden selten berücksichtigt. Mit diesem Blog wollen wir die uns bekannten Informationen für alle Betroffenen öffentlich machen und die Missstände anprangern, die sich mit dem Umzug ergeben.

Ab Sommersemester 2013 sollen die Gebäude AfE-Turm, das flat vor dem Turm und das Jügelhaus (ohne Hörsaalgebäude) sowie weitere kleine Gebäude auf dem Bockenheimer Gelände für den universitären Betrieb aufgegeben werden. Der vorgesehene Ersatz auf dem IG-Farben-Campus ist bisher das PEG-Gebäude (PEG steht für Psychologie, Erziehungswissenschaft, Gesellschaftswissenschaft). Ein Seminargebäude ist geplant. Es soll 2015 fertig gestellt werden. Damit entsteht eine ganze Reihe von Schwierigkeiten:

1. Es gibt weniger Seminarräume. Vor allem größere Räume fehlen. Dass die neuen Gebäude so gestaltet wurden, ist vollkommen unverständlich. Die Raumsituation ist bereits bisher untragbar.

2. Bis der Umzug vollständig abgeschlossen ist, wird es vermehrt notwendig sein, zwischen den Campi hin und her zu pendeln. Die Buslinien sind allerdings längst überfüllt.

3. Die angebliche Caféteria im PEG-Gebäude wird als Mensa zu nutzen sein. Sie ist bedeutend kleiner als die Caféteria im Erdgeschoss des AfE-Turm. Die Mensen auf dem IG-Farben-Campus sind jetzt schon mehr als ausgelastet. Darüber hinaus gibt es in der Nähe des neuen Campus keine Möglichkeit etwas außerhalb zu essen.

4. Als Übergangslösung ist die Errichtung einer „Containerburg“ gedacht [1]. In dieser Burg sollen 10-12 Seminarräume für 600-800 Studierende untergebracht werden. Die Container werden im Wintersemester 2013/14 kommen und sind vor allem für die zusätzlichen Studierenden der G8-Jahrgänge gedacht. Die Universitätsleitung rechnet mit zusätzlich 400 weiteren Studierenden für die Fachbereiche 03 und 04. Die bisher bestehende Belastung durch fehlende Räume wird dadurch also nicht abgebaut.

5. Die Größe der neuen Büroräume ist nicht ausreichend. Zum Teil hat in einem Büro ein*e wissenschaftliche Mitarbeiter*in 6 Quadratmeter Arbeitsfläche. Das Arbeitsrecht verlangt mindestens 8 Quadratmeter.

6. Zahlreiche selbstverwaltete Räume haben bisher keinen Platz auf dem neuen Campus. Darunter fallen der Frauenraum, der Eltern-Kind-Raum und das TuCa. Den Fachschaften wurden zwar Räume zugeteilt, allerdings sind diese meist viel kleiner als die bisherigen Räumlichkeiten.

7. Es gibt auf dem IG-Farben-Campus neue Kontrollmechanismen. Dies sind zum einen elektronische Schließsysteme, viele Türen können nur mit der Goethe-Card geöffnet werden. Es kann nachvollzogen werden, wer wann welche Tür geöffnet hat. Sollten die Wände bemalt werden, haben die Fachbereiche die Kosten zu tragen und diese sofort (!) zu entfernen. Schon jetzt gibt es vermehrt Sicherheitspersonal und Überwachungskameras auf dem IG-Farben-Campus. Diese Sicherheitspolitik führte in der Vergangenheit schon zu Absurditäten.

[1] Das Universitätspräsidium lehnt die Bezeichnung „Container“ ab. Stattdessen wird wechselweise von „Pavillons“ oder „Modulbausätzen“ geredet.