Pressemitteilung zum „Besichtigungstermin“ auf dem IG-Farben Campus im Westend

Am heutigen Mittwoch besichtigten rund 70 Studierende vom Campus Bockenheim den IG-Farben Campus.

Anlässlich des bevorstehenden chaotischen Umzugs und der zu erwarteten Raumnot,
zog die Gruppe über die verschiedenen Stationen des Campus, um sich kritisch mit der Situation auseinanderzusetzen.
Vor den Gebäuden kam es, bei Mate und Musik, zu Diskussionen zwischen den Teilnehmenden,
in denen der Umgang mit dem Umzug durch die Universitätsleitung zum Teil heftig kritisiert wurde.
Neben dem Umzug wurde die Geschichte des IG-Gebäudes, sowie die Transformation der Hochschule zur unternehmerischen (Stiftungs-)Universität thematisiert.
Mit Unverständnis wurde auf die zahlreichen Zugangskontrollen an den Gebäuden und die Überwachungskameras reagiert.
Sandra Weidenmüller, Politikstudentin, dazu:
„Die Uni setzt offensichtlich mehr auf Schein als Sein. Während es im neuen Seminargebäude
viel zu wenig Platz für die Studierenden geben wird, brüstet sich die Uni mit der Bezeichnung ’schönster Campus Europas‘.
Hier geht es also offensichtlich nicht um die Interessen der Studierenden, sondern rein um das Marketing.“

Danach berichtete ein Student den jüngeren Semestern von seinen Erlebnissen bei der Casino-Räumung 2009.
Passend dazu hatte die Unileitung für die Besichtigung am heutigen Mittwoch nicht nur die Polizei auf den Campus gerufen,
sondern auch gleich für den halben Tag das Casino samt Mensa und Seminarräumen geschlossen.
Als Studierende versuchten das IG-Gebäude von innen zu besichtigen,
wurden sie vom externen Uni-Sicherheitsdienst zum Teil grob daran gehindert.
Dieses gewaltsame Vorgehen gegen Mitglieder der Universität offenbart ein seltsames Rechtsverständnis auf dem neuen Campus.
Gegen den Willen der Unileitung konnte dennoch der letzte Teil der Campusführung im IG-Foyer durchgesetzt werden.
Somit konnte die Geschichte des Gebäudes und fragwürdige Umgang der Universitätsleitung mit ihr zur Sprache gebracht werden. Sandra Weidenmüller weiter: „Es ist schockierend, dass die Unileitung mit Sicherheitsdienst und Polizei auf dem Campus versucht, unseren Spaziergang zu kriminalisieren. Diese konfrontative Haltung zeigt, dass offensichtlich keinerlei Interesse besteht, die auf der Vollversammlung am 21. November beschlossenen Forderungen einzugehen.“
Abschließend zogen die Studierenden unter Sprechchören wie „Müller-Esel aus der Traum, wir nehmen uns Zeit und Raum“ spontan über die Hansaallee. Damit wollten sie ihrer Forderung nach studentischen Freiräumen wie sie rund um den Campus Bockenheim existieren, Ausdruck verleihen.
Vor dem Gebäude des Existenzclusters „Normative Orders“ wurde die zunehmende Trennung von Forschung und Lehre kritisiert. Psychologiestudent Erkan Özer abschließend: „Trotz der konfrontativen Haltung werden wir uns weiter für unsere Interessen einsetzen. Auch auf dem neuen Campus werden wir uns Zeit und Raum für kritische Bildung nehmen.
Solange auf dem neuen Campus zu wenig Platz ist, fordern wir die Weiternutzung sämtlicher Gebäude auf dem Campus Bockenheim.“